Warum ich keine Leinwandbilder mag
 
Sie sind in nahezu jedem Haus zu finden.
Mit dem Aufkommen des Digitaldrucks waren sie sogar eine Zeit lang der letzte Schrei und auch nicht gerade billig. Selbst bei mir waren sie bis vor ein paar Jahren an einigen Wänden zu finden.
Bilder auf Leinwand
Ich habe sie jedoch mittlerweile komplett aus meiner Wohnung verbannt. Und das hat auch seinen Grund. 

 

Genau genommen ist es nicht nur ein Grund, weshalb ich meinen Kunden davon abrate, ihre Bilder auf Leinwand zu drucken, sondern mehrere.
 
Die Qualität des Leinwandbildes
Mal Hand aufs Herz... wieso nehmen heutzutage viele die Leinwand als Trägermaterial ihrer Wahl her? Weil es einerseits etwas hermacht, andererseits jedoch (auch im Zuge vieler Angebote und Aktionen) extrem günstig ist. "Jedes Bild auf Leinwand 20€. Egal welche Größe" schallt es aus der Fernsehwerbung. Zieht man dann den Versand noch mit ein, hat man für etwa 25€ eine Wand mit einem riesigen Bild dekoriert. Da kannst nicht meckern. Ein Foto in entsprechender Größe ist zwar billiger, jedoch brauche ich dann noch einen Rahmen, ein Passepartout und vielleicht (was ich immer empfehle) auch noch entspiegeltes Glas. Da kommt man dann sehr schnell in Preisregionen wo man sich stattdessen 4 Leinwandbilder kaufen kann...
 
Dabei wird jedoch eine Sache vergessen: Es gibt halt leider nichts geschenkt auf dieser Welt. Und wenn ich für so ein Bild 20 Euro bezahle, dann kann ich mir eigentlich selbst denken, dass hier nur sehr billiges, dünnes Trägermaterial und nur sehr billige, nicht lange ihre Farbbrillianz haltende Farben verwendet werden.
Keine Frage... anfangs wird das top aussehen und einem selber fällt die mit der Zeit abnehmende Qualität vermutlich auch nicht auf, aber andere werden es bemerken.
Übrigens: klar gibt es auch hochwertige Leinwände. Sehr hochwertig sogar. Und sehr teuer (also im Vergleich zu den Billiganbietern).
 
Die Haltbarkeit des Leinwandbildes
Die meisten von euch werden in einem Haus wohnen, das Vorhänge vor den Fenstern hat. Überlegt mal... was macht ihr regelmäßig mit diesen Vorhängen?
 
Richtig! Ihr wascht sie.
 
Und warum macht ihr das? Weil sie spätestens nach einem Halben Jahr verstaubt und vergilbt sind. 
 
Und keine Panik. Das liegt nicht etwa an einem unhygienischen Haushalt oder, dass es bei euch zu Hause besonders drecking wäre... Nein. Das liegt einfach in der Natur der Dinge. Da könnt ihr nichts machen. Auch auf den Kopf stellen und mit den Ohren wackeln bringt da nichts.
Na gut... wenn ihr aufhört in der Wohnung zu rauchen, könntet ihr schon einiges erreichen oder durch das Einrichten eines Reinraumes, in dem man nur mit absolut staubfreien Ganzkörperanzügen reingehen darf... (Ich schweife ab)
 
Jetzt überlegt mal, wie das mit eurer Leinwand sein wird. Die ist nämlich im Gegensatz zu einem gerahmten Bild nicht hinter Glas, sondern den Einflüssen eurer Wohnung komplett ungeschützt ausgesetzt. Und im Gegensatz zu den Vorhängen lässt sich die Leinwand nur extrem schwierig in die Waschmaschine schmeißen. Wobei es eigentlich nicht schade drum wäre...
 
Die Leinwand passt für Portraits nur selten
Das für mich wichtigste Argument ist, dass die Leinwand mit ihrer groben Struktur nur extrem selten für Portraitbilder geeignet ist.
Ihr lieben Damen: ihr verbringt vor dem Fotografieren Stunden, Tage, Wochen vor dem Spiegel, damit möglichst jedes Fältchen dem Erdboden gleich gemacht wird. Wollt ihr euer Gesicht dann tatsächlich auf einem Trägermaterial sehen, dass euch ein Karomuster in die Haut zaubert? 
DaVinci hat die Mona Lisa übrigens auch nicht auf Leinwand gemalt.
 
Denkt mal drüber nach.

 

 

 
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