Willst du wirklich eine Profikamera?
 

„Ich will jetzt auch so eine Spiegelreflex, damit ich auch so tolle Bilder machen kann.“

In etwa diesen Satz habe ich in letzter Zeit häufiger gehört und er bringt mich ein bisschen zum Schmunzeln, weil ich selbst mal so gedacht habe. Heute weiß ich, dass die Wahrheit nicht weiter entfernt von dieser Aussage sein könnte. Wie meine ich das:

 

 

Es ist eigentlich nicht schwer zu verstehen. Selbst die kleinen DSLRs, die heutzutage auf dem Markt gehandelt werden, sind Hightech Präzisionsmaschinen, die mit einer Vielzahl an Features ausgestattet sind, die es zu beherrschen gilt. Will ich mich mit diesen Features nicht befassen, so werde ich damit nicht bessere Bilder als mit dem Handy bekommen, sondern vermutlich sogar eher schlechtere.

Vergleichen kann man das vielleicht ungefähr mit dem Unterschied zwischen Autofahren und Hubschrauber fliegen. Die meisten von uns haben einen Autoführerschein. Das Fahren war zwar nicht unbedingt einfach zu erlernen, aber es war mit relativ geringem Aufwand zu schaffen. Jetzt zu sagen, man wolle sich auch einen Hubschrauber kaufen, weil man damit so toll den Staus entkommt, wäre kompletter Irrsinn. Da gehört einfach mehr dazu, als sich nur mit Gas, Kupplung und Bremse zu beschäftigen. Und wenn ich mich damit nicht zeitintensiv beschäftigen will, dann kann das verheerende Folgen haben.

Bei der Kamera ist es nun nicht ganz so extrem. In der Regel lebe ich auch dann weiter, wenn ich ein unscharfes Bild gemacht habe. Allerdings besteht die Gefahr, dass sich sehr schnell Unmut breit macht, weil die Ergebnisse nun doch nicht so ganz sind, wie erwartet. Das Resultat daraus ist leider, dass in vielen deutschen Wohnzimmerschränken DSLRs verstauben, weil das mit dem Handy doch irgendwie praktischer ist und die Bilder vielleicht sogar schöner werden, als mit der DSLR.

Deswegen möchte ich hier einen wichtigen Tipp an all jene geben, die mit dem Gedanken spielen, sich eine „Profikamera“ zu kaufen: Passt auf, was ihr euch wünscht. Ihr könntet es vielleicht bekommen.

Nicht falsch verstehen. Ich freue mich für jeden, der die Fotografie als sein Hobby entdeckt. Aber die Fotografie ist ein Hobby, das viel von euch abverlangen wird. Dazu zählen unter anderem:

  • die Zeit, die ihr investieren müsst, um sämtliche Technik und das Handwerk Fotografie zu verstehen und zu üben
  • das Geld, das nicht nur für die Kamera ausgegeben werden muss, sondern auch für Objektive, Filter und und und… Es gibt nur sehr wenige Kleinstzubehörgegenstände, die unter 100€ kosten. Objektive (ohne Kamera) können gerne mal bis zu 2000 € kosten. Ansonsten bekommt man nicht das gleiche tolle Foto vom Adler in der Luft, wie jenes, welches man im Internet gesehen hat
  • das Nachdenken, das ihr während der Fotografie selber braucht. Die meisten Fotos sind nicht nur mal schnell im Vollautomatikmodus der Kamera entstanden, sondern auch die scheinbaren Schnappschüsse erforderten in allgemeinen ein hohes Maß an Gehirnschmalz

 

Seid ihr aber bereit dies alles in Kauf zu nehmen, dann werdet ihr in der Fotografie mit ziemlicher Sicherheit ein sehr vielfältiges und spannendes Hobby finden. Nennt euch vielleicht nicht sofort am ersten Tag Künstler und erwartet auch keine meisterhaften Ergebnisse. Das machen bereits genügend andere. Genießt die Belohnungen auf dem langen aber schönen Weg hin zu einem immer besser werdenden Fotografen.

 

 

 

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