Für wen sind meine Bilder?
 

Neulich unterhielt ich mich mit einem anderen Fotografen über die Art Fotos, die ich so mache. Neudeutsch „inszenierte Peoplefotografie“.

Er stellte mir dabei ein paar Fragen, über die ich jetzt doch ein paar Tage nachdenken musste, um eine sinnvolle Antwort darauf geben zu können:

 

 

„… wer soll diese Bilder ansehen? Für wen sind solche Bilder interessant? Erzählen so Bilder ne Geschichte?“

Es ging dabei zunächst gar nicht um meine Bilder, sondern um die einer anderen Person. Ich habe ihm dann meine gezeigt, um zu erklären, dass ich auch in dieser Schiene fotografiere, worauf kam:

„…gut das Bild ist perfekt ausgeleuchtet und aufgenommen – für wen ist das Bild?“

 

 inszenierte Peoplefotografie

 

Ja… da saß ich nun… und grübelte… und grübelte… und grübelte…

Gar nicht so einfach, wenn man über den Sinn seines Tuns nachdenken muss. Schön sind sie vielleicht die Bilder.

Mir gefallen sie zumindest. Anderen Personen vermutlich auch manchmal. Aber das kann ja eigentlich nicht alles sein.

Und je länger ich darüber nachdachte, desto klarer wurden mir die Antworten auf seine Fragen.

Zunächst einmal kam da natürlich die Antwort, die ich dem Fotografen auf seine Frage direkt geben konnte: Die Bilder sind für die abgelichtete Person sowie vielleicht den Freund oder die Freundin.

Und ich muss ehrlich gestehen, dass ich dann bereits glücklich und zufrieden bin mit dem was ich tue, wenn ich damit nur diesen Personen etwas geben kann, woran sie Freude haben.

Dabei meine ich nicht nur die fertigen Bilder, sondern bereits das Erlebnis beim Fotografieren selber. Sowas hat man ja nicht alle Tage, dass man sich so schick macht und vielleicht in eine bestimmte Rolle schlüpft, die man sonst nicht ausleben kann. Für einen kleinen Teil des Tages im Mittelpunkt zu stehen und sich zu zeigen, dass man durchaus mit den Menschen in Hochglanzmagazinen mithalten kann. Das ist doch Legitimation genug.

Auch ist es spannend sich einmal so zu sehen, wie man von einer anderen Person wahrgenommen wird. Welche Stimmung assoziieren andere Personen mit mir und wie sieht dies in Bildform aus. Das finde ich dann doch spannend.

Dies alleine, rechtfertigt meines Erachtens bereits solche Bilder. Die müssen – ja die sollen vielleicht sogar - nicht für mehr Menschen sein.

Gegenfrage: für wen sind denn die hunderte Hochzeitsfotos, die bei der Trauung angefertigt werden? Fürs Brautpaar, für die Familie, Verwandte, Freunde und Bekannte. Aber auch nicht für mehr. Und genau dafür sind auch die Fotos, die ich mache. Nur, dass man dafür nicht unbedingt heiraten, ja nicht einmal einen Partner haben muss.

Dann gibt es noch einen weiteren, für mich sehr wichtigen Grund, warum ich solche Fotos mache. Und diese Antwort hat mir der Frager selbst gegeben:

„… gut und für Dich, weil Dir diese Inszenierung Spaß macht…“

Ja! Genau! Das ist es!

Das macht mir unglaublich viel Spaß. Und deswegen mache ich das.

Beim genaueren Nachdenken ist es eigentlich mehr als logisch, dass es schlimm wäre, wenn es anders wäre. Es macht mir verdammt viel Spaß, Menschen so abzulichten, wie sie es selbst vielleicht gar nicht für möglich gehalten hätten. Am meisten Spaß macht mir das, wenn ich das nicht durch irgendeine Bildbearbeitungssoftware erreiche, sondern durch gezieltes Posing, Perspektivwahl und Lichtsetzung.

Und ich glaube fest daran, dass daran dann auch andere Spaß haben, wenn sie sehen, dass jemand etwas mit voller Freude macht.

Möchte ich nur solche Bilder machen? Auf gar keinen Fall. Sie sind nur ein kleiner Bereich. Die meisten Bilder mache ich beispielsweise von meiner Familie, also eher aus dokumentarischen Zwecken. Ich will das Aufwachsen meiner Kinder, das Älterwerden meiner Eltern, meiner Lebensgefährtin und mir festhalten. Auch das finde ich einen sehr spannenden und wichtigen Teil der Fotografie.

Und das Schönste an der ganzen Sache ist: diese beiden Sparten: dokumentarische und inszenierte Fotografie gehen ja fließend ineinander über und ich freue mich in beiden Sparten zu Hause zu sein und mein Wissen aus der einen Sparte auch in der jeweils anderen Sparte mit einbringen zu können.

Dadurch hoffe ich Bilder zu erstellen, die vielen Menschen Freude machen.

Dafür sind die Bilder.

 

 

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