Von der ersten Idee zum fertigen Bild - Das Fotografieren
 
Du hast also nun alles für dein gewolltes Bild vorbereitet: Die Idee ist ausgereift, Location und Model mit dem richtigen Kostüm und den nötigen Accessoires ist gefunden. Dann ist jetzt alles vorbereitet und du kannst alles über den Haufen werfen.
 
Zur Info: dies ist der dritte Teil darüber, wie du von einer Idee zu einem künstlerischen Bild tatsächlich hin zum Bild kommst. Falls du die ersten beiden Teile noch nicht gelesen hast, empfehle ich dir dies zunächst zu tun. Du findest sie hier:
 
 
Was meine ich also damit, dass es nun, wo alles bereit ist, Zeit wird alles über den Haufen zu werfen?
Ganz einfach: natürlich ist es super, wenn beim Fotografieren selbst alles so läuft, wie du und dein Model es vorher besprochen habt. Nur leider gibt es zu viele unbekannte und auch nicht beeinflussbare Faktoren, die euch zwingen von der Idee abzuweichen. Und genau das ist die Herausforderung, die das Shoot mit sich bringt.
 
Getreu Murphy's Law wird alles, was schief gehen kann auch schief gehen:
 
das bestellte Kostüm ist nicht gekommen
das bestellte Kostüm ist gekommen, passt aber nicht
das bestellte Kostüm ist gekommen, passt, sieht aber total billig aus und zerfällt in seine Einzelteile, wenn ein leichter Windhauch kommt.
die Location ist nicht mehr so, wie geplant oder eventuell nicht mehr zugänglich
die Stimmung ist an dem Tag eine ganz andere, die nicht zur Idee passt
...
 
Ich könnte jetzt noch viele andere Sachen aufzählen, die mir alle bereits passiert sind, aber die Erfahrung muss man wohl selber mitmachen, damit man da mitreden kann. Und ich befürchte, auch ich habe noch lange nicht alles erlebt, was geschehen kann... Aber so blöd es sich anhört, diese Dinge sind genau die, auf dich man sich freuen sollte. Diese Probleme tauchen auf, um sie durch Improvisation zu lösen - und meist werden dadurch aus den Problemen eher Geschenke, denn das, was dabei entsteht ist häufig noch viel besser, als das, was ursprünglich geplant war. Das Gefühl, wenn man so etwas gemeistert hat ist unbeschreiblich.
 
War dann die ganze Arbeit vorher umsonst? Auf keinen Fall.
Je mehr und besser das ganze durchdacht wurde, desto eher kommt man im Eintreten des Ungeplanten auch auf andere Ideen. Das Wichtige ist nur, ruhig zu bleiben und sich nicht aus der Bahn werfen zu lassen, wenn es nicht genau so läuft, wie man es geplant hat. Hat man (und das ist ja meistens so) ein eher unerfahrenes Model sollte man übrigens auf alle Fälle vermeiden, dass etwas nicht so läuft, wie geplant, um sie nicht noch nervöser zu machen, als sie vermutlich bereits ist.
 
Ruhig bleiben ist ja leichter gesagt als getan, oder?
Naja... das stimmt nicht so ganz. Wenn ich als Fotograf Ahnung von meinem Handwerk habe, dann sollte es eigentlich kein Problem sein, auf solche Sachen schnell und unkompliziert zu reagieren. Und da wären wir wieder bei dem, was viele vermutlich nicht gerne hören: Übung macht den Meister!
Viel zu oft, denke ich mir, gehen Fotografen her um Bilder zu machen, die sie im Kopf perfekt durchdacht haben, jedoch noch kein einziges Mal ausprobiert haben. Klar kann man das komplette Shoot nicht wirklich durchprobieren vorher, aber man kann doch ziemlich vieles vorher testen, wenn man das Bild in seine verschiedenen Komponenten zerlegt und im Kleinen durchprobiert. Dadurch kann man auch viel eher darauf reagieren, wenn etwas schief geht, weil man viel besser versteht, welcher Teil am Tag des Shoots nicht hinhaut.
 
Vermutlich ist das der beste Tipp, den ich jemandem zur Fotografie geben kann.

 

 

 
 
 
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