Fotografieren mit Tieren
 
"Boah ist der süß..."
"Mei wie niedlich..."
"Oh schau! Ein Einhorn..."
 
Ganz klar, wenn man Kinderherzen - und auch Erwachsenenherzen höher schlagen lassen will, ist man mit Tierfotos auf der richtigen Seite. Was auf den ersten Blick allerdings so einfach aussieht, hat auch seine Tücken, die man jedoch mit der richtigen Vorbereitung vermeiden kann.
 
Im Gegensatz zu einem Menschen kann der Fotograf dem Tier nicht genau sagen, wie es sich hinstellen, hinsetzen oder hinlegen soll. Viel mehr ist man darauf angewiesen, das zu nehmen, was einem das Tier anbietet. Gehts um Tiere, die bestimmte Kommandos beherrschen (Hunde, Pferde...) hat man hier sicherlich einen Vorteil im Gegensatz zu den Tieren, die tun und lassen, was sie wollen.
 
Und genau hierin stecken bereits ein paar Tipps, die ich euch geben kann, wenn ihr Tierfotos (egal ob selbst oder als Kunde) erstellen wollt:
 
1. Geduld
Das schlimmste, was ihr machen könnt, ist es mit den Tieren ungeduldig zu werden, weil sie nicht machen, was ihr wollt. Solltest du nämlich nicht Calvin und dein Stubentiger nicht Hobbes heißen, besteht eine ziemlich große Wahrscheinlichkeit, dass du dich nicht wirklich mit deinem Haustier unterhalten kannst und diese somit nicht genau wissen, was das ganze Rumgefuchtel mit diesem schwarzen Kasten, der hin und wieder klickt überhaupt soll.
Da hilft dann alles nichts, am besten ihr bleibt ganz ruhig und vertraut einfach darauf, dass euer Haustier mit der Zeit schon das anbietet, was sich für DAS Foto über der Wand hinterm Sofa eignet. Und das wird es.
Ungeduld oder gar Rumschimpfen hilft da gar nichts. Im Gegenteil, es stresst die Tiere und ihr könnt euch ziemlich sicher sein, dass es dann vorbei ist mit dem Fotografieren. Was mich auch schon zu meinem nächsten Tipp bringt:
 
2. Abbruch
Einer der allerwichtigsten Tipps, der eigentlich für alle Arten von Shoots gilt. Wenn es überhaupt nicht so gehen will, wie man sich das vorgestellt hat, soll es vielleicht an diesem Tag nicht sein. Es ist überhaupt kein Problem das Fotografieren zu einem späteren Zeitpunkt (eine Stunde später oder sogar an einem ganz anderen Tag) erneut zu versuchen. Das Wichtigste ist, dass alle Spaß haben. Das sieht man dann auch den Bildern an und ein guter Fotograf wird davon auch Gebrauch machen. Seid dann nicht enttäuscht oder so. Das bedeutet überhaupt nichts Schlechtes.
Allerdings gibt es bei fast allen Tieren eine ziemlich sichere Methode genau diesen Spaß an dem, was da so geschieht, nicht zu verlieren.
 
3. Bestechung
In den allermeisten Fällen bedeutet dies: Futter, Futter und nochmals Futter. Ein kleines Spielchen zwischendurch und dann nochmal Futter. Und das ist auch das größte Geheinis, um die Tiere zumindest für kurze Zeit auf einen bestimmten Punkt blicken zu lassen. Selbst Insekten lassen sich mit Zuckerwasser in eine bestimmte Pose "dressieren".
Und für eure Vierbeiner bedeutet es, wenn sie von euch immer wieder mal einen kleinen Happen bekommen, dass alles in Ordnung ist und das was sie machen genau richtig ist.
Ein guter Tierfotograf wird zwar immer das eine oder andere Leckerli für das tierische Model dabei haben, besser ist es aber, wenn ihr selber auch dran denkt, etwas mitzunehmen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn das Tier irgendwelche Unverträglichkeiten oder Allergien hat und auf Spezialfutter angewiesen ist.
 
4. Cool bleiben
Willst du dich zusammen mit deinem Vierbeiner ablichten lassen, heißt das für dich cool bleiben. Auf der einen Seite bist da du, der vom Fotografen genau in die richtige Haltung gebracht worden ist, auf der anderen Seite dein Haustier, welches sich eben spätestens nach dem zehnten komischen Geräusch oder der zwanzigsten lustigen Verrenkung, die der Fotograf von sich gibt, nicht mehr so wirklich beeindrucken lässt. Hier ist es wichtig, dass du einfach ganz ruhig bleibst und in die Kamera schaust, während der Fotograf einfach so lange wartet, bis dein Tierchen irgendetwas schönes für dieses Foto anbietet. Das kann gefühlt manchmal ganz schön lange dauern. Aber genau dieser Zeitpunkt wird kommen. Also cool bleiben.
 
5. Nimm dir Zeit, aber mach nicht zu lange
Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch erscheint ergibt bei genauerer Betrachtung dennoch Sinn.
Du solltest auf alle Fälle viel Zeit für das Fotografieren einplanen, damit du ruhig bleibst und nicht irgendwann gedanklich schon beim nächsten Termin bist. Das wäre schlecht, denn diese Nervosität überträgt sich auf dein Tier.
Auf der anderen Seite wird dein Haustier beim Fotografieren so viele spannende Dinge erleben, dass es nach einer bestimmten Zeit einfach müde werden wird. An genau diesem Punkt ist es dann spätestens Zeit aufzuhören und nicht noch weitere Bilder zu forcieren.
 
Wenn du die oberen Tipps alle beachtet hast, sollten aber bereits Unmengen an tollen Bildern entstanden sein. So wie bei meinem Shoot neulich mit Andrea und ihrer Hündin Lea. Hier sind ein paar Bilder davon:
 

 

 
 
 
 
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