Fuji Instax Review
 
Vor einiger Zeit habe ich auf meiner Facebookseite ein Bild meiner neuesten technischen Errungenschaft gezeigt: die Fuji Instax Mini 8. Viele von euch haben mich dann gebeten, ein wenig meine Eindrücke zu dieser Kamera zu schildern, was ich hiermit gerne tun werde.
 
Bestellt über Amazon kam sie ratz fatz bei mir an. Hier kann man allerdings gleich mal den ersten Fehler machen: Die Fuji ist eben keine Digitalkamera, sondern arbeitet mit Film... und den muss man sich kaufen. Es wird also nicht automatisch zum gleich Loslegen einer mitgeliefert. Das war wohl - hab ich mir von alten Hasen sagen lassen - früher auch schon so. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass das schon beim einen oder anderen dazu geführt hat, dass er das farbenprächtige Teil in Händen hielt und erst mal nicht loslegen konnte, weil er vergessen hat gleich einen Film mitzubestellen.
 
Schaun wir uns für die Fotografen erst Mal ein paar Daten an, die ich für wissenswert erachte:
 
  • Filmformat: 64mm x 46mm
  • Gewicht: 307g (ohne 2x AA Batterien und Film)
  • Objektiv: f=60mm, Blende 1:12,7
  • Naheinstellgrenze: 60cm
  • Verschlusszeit: 1/60sek (fest)
  • Belichtungseinstellung: über Rad am Objektiv
  • Preis pro Bild: circa 0,70€-1,10€
 
Es ist super einfach, die Kamera startbereit zu bekommen:
 
  • die zwei AA Batterien (sind dabei), welche wohl hauptsächlich für den nicht abschaltbaren, immer auslösenden Blitz dabei sind, werden eingelegt, wie man das halt macht, wenn man nicht total doof ist. Ist ja abgebildet.
  • der Filmcontainer mit 10 Bildern Kapazität, von denen es unterschiedliche Styles gibt, ich jedoch nur die normalen getestet habe, ist oben rechts mit einem gelben Strich markiert, welcher mit dem gelben Strich in der Kamera oben rechts zusammen schauen sollte. Sollte also auch spätestens nach der zweiten Klasse Grundschule machbar sein.
  • eingeschaltet wird über einen Knopf neben dem Objektiv.
  • die Belichtungseinstellung wird über ein Rad am Objektiv vorgenommen, wobei anhand eines leuchtenden LEDs ein Vorschlag gemacht wird.
  • ausgelöst wird vorne rechts.
Im Großen und Ganzen ist die Bedienung also wirklich kinderleicht, was mein 4-jähriger Sohn, der zufälligerweise ein Kind ist, mir auch bereits bewiesen hat. Und damit sind wir auch schon beim größten und für mich kaufentscheidenden Faktor: es ist total faszinierend vor dem weißen kleinen Sofortbild zu stehen und gespannt darauf zu warten, wie langsam das gemachte Foto erscheint. Das fasziniert nicht nur meinen Sohn, sondern auch jeden Kunden, dem ich bisher so ein Sofortbild gleich beim Shoot geschenkt habe. Und genau dafür nutze ich die Kamera - und genau dafür ist sie für mich ihr Geld wert. Es ist ein kleines Erlebnis beim Shoot und gleichzeitig ein wenig Werbung, wenn das Bild hergezeigt wird. Klein, süß und knuffig. ;) Noch dazu ist meine Instax himbeerrot. Finde ich schrecklich, aber ich hab mir von meiner besseren Hälfte sagen lassen, das muss so...
 
Okay nun für den Interessierten, der die Kamera einfach nur für sich selber nutzen möchte:
Das oben angegebene Filmformat von 64mm x 46mm ist das tatsächliche Bildformat. Sofortbildüblich kommt außen rum noch ein weißer Rand, so dass das Foto, das man in Händen hält exakt die Maße einer stinknormalen Visitenkarte hat. Was bei mir irgendwie den Eindruck erweckt, dass sich irgendwer was dabei gedacht hat. Das ist nämlich total praktisch.
 
Das Gewicht mit ungefähr 400g ist jetzt nichts wirklich Weltbewegendes. Viel gravierender sind eher die Maße der Instax. Ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass die angestrebte Zielgruppe dieser Kamera teilweise Handtaschen besitzt, die nicht mal ne halbe Instax beherbergen könnten... Sie ist also schon wirklich ein Brummer, der durchaus nervig werden kann, wenn man ihn länger mitschleppen muss.
 
Das mit 60mm und einer Blende von 1:12,7 angegebene Objektiv täuscht ein wenig, für die, die wissen, was solche Daten bedeutet. Der Bildausschnitt ist formatbedingt natürlich viel weiter. Wenn ich ihn mit einer Vollformatkamera vergleichen müsste, würde ich jetzt mal grob auf 35mm tippen. Zusammen mit der Naheinstellgrenze von 60cm (alles, was sich näher an der Kamera befindet, wird unscharf) eignet sich die Kamera nicht für interessante Kopfportraits, Detailaufnahmen oder die berühmten Selfies. Naja... außer ihr habt 60 cm lange Arme. Ich habe meinen Arm gerade gemessen: ginge gerade so, man schaut allerdings dann doof aus... Ich habe allerdings auch schon unter dem diversen Zubehör, das es für die Kamera gibt gesehen, dass es einen Selfie Vorsatz für die Linse gibt. Brauch ich nicht, hab ich deswegen auch nicht. Wenn man durch den Sucher schaut, kann man sich übrigens auch nicht zu 100% darauf verlassen, dass genau der Ausschnitt nacher auch auf dem Bild zu sehen ist...
 
Die Verschlusszeit von einer sechzigstel Sekunde ist ganz okay. Ich finde es etwas schade, dass man das nicht verstellen kann, würde aber vermutlich die meisten überfordern. Stattdessen muss man die Blende über ein Drehrad am Objektiv einstellen. Hierbei wird von der Kamera über ein Licht vorgeschlagen, was sie für die richtige Einstellung hält, wobei hier zumindest im Freien doch sehr wirres Hin- und Hergehüpfe dieses Lichts für die Einstellung auftaucht, so dass zumindest ich dann doch eher nach Gefühl einstelle. Die im Gebäude nutzbare HighKey Funktion finde ich irgendwie doof. Hab ich einmal versucht. Ist mir zu verwaschen. Ich kann mir aber vorstellen, dass sie bei einigen Nutzern durchaus auch auf Zustimmung stößt. Ist Geschmackssache.
 
Nun zu einem nicht ganz unwichtigen Punkt: die laufenden Kosten. Während man bei einer Digitalkamera, oder bei Handyfotos an und für sich extrem niedrige Unterhaltungskosten hat, darf man hier schööön ordentlich in die Tasche greifen. Je nachdem, wo man sich seine Filme kauft (ich hab sie bei Ebay am günstigsten bekommen), gibt man mindestens 70 Cent für ein Foto aus. Und das kann einem die gute Laune schon auch vermiesen. Bei jedem Klick hat man förmlich die 70 Cent vor Augen, die vom Konto fliegen... Damit ist es auf einer Party oder dergleichen sicherlich ein Hingucker, aber auch nur für sehr kurze Zeit, oder es wird teuer.
 
Warum finde ich die Kamera dann trotzdem gut und bin froh, dass ich sie gekauft habe?
Ganz einfach: die damit gemachten Bilder haben ihren ganz eigenen Charme. Sie sind das genaue Gegenteil von den Bildern, die ich ansonsten mit der teuren DSLR mache. Nicht farbecht, teilweise verwaschen, frontal angeblitzt... Und perfekt wollen sie ja auch gar nicht sein. Genau das ist das Schöne daran.
 
Noch als letzte aber wichtige Info:
Sofortbilder werden mit Hilfe von Chemie erzeugt, die sich in den Bildern befindet. Zum einen ist diese giftig, man sollte also darauf achten, dass Kinder nicht hineinbeißen, zum anderen aber bedeutet dies auch, dass die Bilder im Laufe der Zeit immer schlechter werden. Sie sind also nichts für die Ewigkeit.
 
 
 
 
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