Outdoorshoot: Das richtige Wetter
 
Der Frühling naht und damit auch wieder vermehrt Outdoorshoots. Bei der Terminvergabe fürs Fotografieren stelle ich immer wieder fest, dass viele völlig falsche Vorstellungen davon haben, was das richtige Wetter für tolle Fotos ist. 
 
Strahlender Sonnenschein:
Viele sind ganz traurig, wenn zum vereinbarten Termin nicht die Sonne scheint. Fotografen sind allerdings in aller Regel nicht wirklich begeistert, wenn die Sonne mit all ihrer Pracht auf uns hinabscheint. Das bringt nämlich einige Schwierigkeiten mit sich, die schöne Portraitbilder vermasseln können. Die alte Volksweisheit, die Sonne solle am besten hinter dem Fotografen stehen, erzeugt wunderschöne Erinnerungen an Menschen mit gequält zugekniffenen Augen und ist somit nicht wirklich ausnahmslos zu empfehlen. Die Sonne hinter dem Portraitierten erzeugt einen Lensflare (Strahlen und Flecken im ansonsten kontrastarmen Bild), den man durchaus in ein oder zwei Bildern gebrauchen kann. Wenn allerdings eine ganze Serie so aussieht, braucht man sich nicht wundern, wenn einem der Kunde die Bilder verärgert hinterherwirft...
 
Das waren jetzt nur zwei Probleme, die bei strahlendem Sonnenschein fehlen. Dunkle Schatten in den Augenhöhlen (sogenannte Waschbäraugen), vor Schweiß glänzende rote Gesichter oder völlig sinnfreie Lichtflecken oder Schattenstrukturen auf dem Portraitierten sind noch ein paar weitere Hürden auf dem Weg zum tollen Portrait.
 
Aber es gibt Abhilfe, die einen sonnigen Tag dann doch wieder zu meinem persönlichen Lieblingswetter beim Fotografieren machen: die richtige Standortwahl, Reflektor und Diffusor sind hier des Fotografen beste Freunde und dann klappts auch mit der Sonne. 
 
Hier mal zwei drei Bilder, die bei strahlender Sonne aufgenommen worden sind:
 
 
 
 
Der Himmel ist voller Wolken:
Ein trister, grauer Tag macht erstmal jeden, der ein Shoot gebucht hat traurig: "Jetzt zahle ich schon so viel Geld dafür und dann ist das Wetter mies. Da können doch gar keine guten Bilder bei rumkommen..." Die meisten Fotografen hingegen werden eher jubelnd durch die Gegend hüpfen, ist doch ein wolkenverhangener Himmel wie die größte Softbox der Welt, die eine Lichtsetzung erlaubet, die man ansonsten nur im Studio mit einem Lichtsetup für mehrere tausend Scheinchen so hinbekommen würde. Ist die Wolkenstruktur dann vielleicht nicht nur ein einheitliches Grau, sondern etwas interessanter, hat man erneut viel gewonnen. 
 
Allein ein Problem gibt es hier: irgendwie wirkt alles dann doch etwas kalt und farblos... Ja, wenn man Pech hat, muss man an der Kamera die ISO (Lichtempfindlichkeit des Sensors) so hoch schrauben, dass die Qualität der Bilder darunter leidet. 
 
Abhilfe gibt es auch hier: das komplette Arsenal an Blitzen und Lichtformern macht es hier möglich um für am meisten "Wow" beim Portraitierten zu sorgen. Wenn mans kann. Die Spezies der Available Light Fotografen ("Ich fotografiere ausschließlich mit natürlichem Licht, denn das ist das beste Licht, das es überhaupt gibt") können hier in der Regel einpacken und den Termin verschieben. Meiner Meinung nach nennen sich diese nämlich auch meistens nur deshalb so, weil sie entweder kein Geld für Blitze und Lichtformer ausgeben wollen oder die Technik des Blitzens und den Umgang mit den verschiedenen Lichtformern nicht lernen wollen. 
 
Hier ein paar Bilder bei tristem Wetter
 
 
 
 
Regen und Sturm:
Eigentlich ist dies das einzige, was ich nicht so wirklich mag. Zwar lassen sich auch hier schöne Bilder, ja sogar häufig die schönsten machen, allerdings ist die Zeit fürs Fotografieren sehr begrenzt. Der Regen macht die Haare tropfnass und killt jedes Makeup, wenn man keine Möglichkeit hat sich irgendwo unterzustellen und der Wind zerstört jede Frisur. Außerdem leidet natürlich auch die Technik darunter. Nicht jede Technologie ist dazu gebaut dem kühlen Nass stand zu halten und wenn kein Assistent dabei ist, werden Lichtformer ganz schnell zu ungewollten Flugobjekten...
 
Wie gesagt: häufig entstehen hier die besten Fotos, von dem her ist auch dieses Wetter keine Katastrophe, allerdings ist hier einfach die Anzahl der möglichen Situationen, die man fotografiert begrenzt. Aber dafür gibts ja dann immer noch Indoorshoots...
 
Hier noch ein paar Bilder, die bei richtigem Sauwetter entstanden:
 
 
 
 
 
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